Agiles Management - Die Vorteile für Manager

Agiles Vorgehen stellt zwar nicht die Antwort auf alle offenen Fragen der Softwareentwicklung dar, beantwortet aber viele dieser Fragen überzeugender als herkömmliche Methoden. Im Folgenden werden drei der wichtigsten Vorteile agilen Vorgehens beschrieben.

Agiles Vorgehen sorgt für Transparenz

Traditionelle Entwicklungsmethoden wie das Wasserfallmodell sind in höchstem Maße intransparent, denn sie kennen nur Kontrollzeitpunkte am Ende der einzelnen Phasen, wobei für Kunden oder Manager die Erstellung der Entwurfsdokumente schwer überprüfbar ist. Wenn sich nun aber aus irgendeinem Grund am Ende herausstellt, dass nicht das System entstanden ist, das der Kunde eigentlich haben will, so bleibt keine Zeit mehr, um zu reagieren. Da helfen auch noch so detaillierte Pflichtenhefte nichts, denn es ist nahezu unmöglich, sich im Voraus alle Features eines größeren Systems haargenau zu überlegen und diese dann auch noch unmissverständlich aufzuschreiben – von sich ständig ändernden Marktsituationen einmal ganz zu schweigen.
Diesem Dilemma setzen agile Methoden häufige kleine Releases und ständige Rückkopplung mit dem Kunden entgegen. Dieser bekommt so häufig wie möglich lauffähige Systemversionen (keine Testversionen!) zu sehen und kann so immer wieder entscheiden, ob sich die Software tatsächlich in die gewünschte Richtung entwickelt.
Auch die Geschwindigkeit und der Projektfortschritt sind in agilen Projekten transparent, weil hier visuelle Trackings in Form von Burndown- oder Burnup-Charts verwendet werden: Der Kunde kann jederzeit erkennen, wie hoch die aktuelle Geschwindigkeit ist, wie viele Features bereits abgearbeitet sind und wann voraussichtlich alle vereinbarten Features erledigt sein werden. Dabei werden diese Diagramme regelmäßig aktualisiert und geben so ein realistisches Bild wieder.

Flexibilität durch agiles Anforderungsmanagement

Agile Entwicklungsmethoden kommen ohne Pflichtenhefte aus. Der Kunde gibt am Anfang nur einige wenige Basisfunktionalitäten vor, das Projekt startet sofort ohne Verzögerung. Während des Projektverlaufs können jederzeit neue oder geänderte Anforderungen definiert und die Prioritäten bestehender Anforderungen geändert werden, z.B. weil festgestellt wurde, dass die Software andere Merkmale haben muss als bisher angenommen; oder weil sich die Wettbewerbssituation geändert hat. Durch dieses iterative Vorgehen können Erfahrungen aus dem laufenden Projekt in den weiteren Entwicklungsprozess mit einfließen, und es wird nur das entwickelt, was tatsächlich von Nutzen ist.

Agiles Vorgehen führt zum schnellen Systemeinsatz

In agilen Projekten kann sich der Kunde jederzeit den aktuellen Systemzustand
vorführen lassen, so dass er stets den Überblick und die Kontrolle über das Projekt behält. Weil die wichtigsten Features (also die mit dem größten Geschäftswert) zuerst entwickelt werden und möglichst häufig lauffähige Versionen ausgeliefert werden, kann darüber hinaus schon nach kurzer Zeit eine Basisversion des neuen Systems produktiv eingesetzt werden. Die Time-to-Market ist deshalb in agilen Projekten sehr gering, häufig erwirtschaften sie ihre Kosten schon während der Projektlaufzeit (selbstfinanzierende Projekte).

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