Agile Organisationen

Die stetig wachsende Marktdynamik (z.B. durch Digitalisierung) stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Agile Denk- und Arbeitsweisen bieten eine gute Basis, um mit diesen Herausforderungen umzugehen - wenn sie über einzelne Entwicklungsteams hinaus angewendet werden. Dabei darf nie vergessen werden, dass Agilität nicht das Ziel, sondern Mittel zum Zweck ist, nämlich Kunden zu begeistern.

Dieser Zustand kann nicht durch ein einmaliges Transitionsprojekt hergestellt werden. Stattdessen müssen Unternehmen zu wirklich lernenden Unternehmen werden, die sich selbstständig an die Marktbedürfnisse anpassen.

Um dauerhaft marktorientiert zu arbeiten, müssen Unternehmen schnell und flexibel auf Kundenbedürfnisse reagieren. Dazu müssen Organisationen in der Lage sein, schnelle Entscheidungen zu treffen. Schnelle Entscheidungen sind nur möglich, wenn die Mitarbeiter, die mit dem Kundenproblem konfrontiert sind, direkt die Entscheidungen fällen können. Das braucht schlanke Strukturen sowie eine Vertrauenskultur und die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen. 

Dabei lebt eine agile Organisationen in drei verwobenen Zyklen: Kultur, Struktur und Leadership. Eine Kultur des Vertrauens und der Verantwortung entsteht ebensowenig von selbst wie schlanke Strukturen. Leadership stößt die notwendigen Veränderungen an und sorgt dafür, dass diese die beabsichtigten Wirkungen erzielen. 

Für eine effektive agile Organisation müssen sowohl strukturelle Fragen (Struktur) geklärt, wie auch die Beziehungen zwischen Individuen und Teams gestärkt werden (Kultur). Veränderungen in Organisationen sind komplex: Die Wirkung von Interventionen lässt sich daher nicht sicher vorhersagen, so dass iteratives (agiles) Vorgehen bei der Navigation durch die Veränderung dient. Damit bei dem kleinschrittigen Vorgehen nicht wahllos "umhergeirrt" wird, ist eine klare Vision oder ein klarer Nordstern notwendig.


Strukturzyklus

Der Stukturzyklus startet mit der Arbeit in agilen Teams (agil(er) arbeiten). Das agile Arbeiten wird Hindernisse aufdecken, die nicht lokal in den Teams gelöst werden können (Hindernisse identifizieren). Techniken wie A3-Technik, Gemba, Causal Loop Diagrams helfen dabei, die Hindernisse zu identifizieren und über Experimente zu bearbeiten. Die so gefundenen Lösungen für Hindernisse streben häufig in Richtung einer vereinfachten Organisationsstruktur (Organisation entwickeln). Dabei werden die Beziehungen zwischen den agilen Teams ebenfalls agil(er) gestaltet; agile Teams alleine machen noch keine agile Organisation. Die agilen Teams müssen agile Beziehungen zueinander haben. Je einfacher die Organisationsstruktur und desto agiler die Beziehungen zwischen den Teams, desto flexibler und effektiver können die Teams arbeiten. Und so beginnt der Strukturzyklus erneut. 

Es stellt sich damit auf jeden Fall die Frage, wie die Zusammenarbeit mehrerer abhängiger Teams gestaltet werden kann. Agile Skalierungsansätze geben dazu Inspiration.


Kulturzyklus

Eine reine strukturelle Perspektive, die nur Strukturen und Prozess betrachtet die Beziehungsebene zwischen Menschen vernächlässigt, ist zu kurz gegriffen. Der Kulturzyklus fokussiert daher die Beziehungen zwischen den Beteiligten. Essenziell ist dafür die Stärkung von Vertrauen (Vertrauen stärken). Techniken wie Influence Maps, Mutual Learning, Triads helfen beim Vertrauensaufbau. Auf dieser Basis kann Verantwortung wachsen (Verantwortung fördern). Techniken wie Collective Leadership Assessment, Konsent, Advice Process und Power Cycle helfen dabei, Verantwortung zu stärken. Mehr Verantwortung erlaubt die Reduktion der Organisationsstruktur (Organisation entwickeln), weil man auf die Strukturen verzichten kann, die letztlich auf Misstrauen basieren. Eine reduzierte Organisationsstruktur erlaubt und erfordert wiederum ein größeres Maß von Vertrauen und der Kulturzyklus geht in eine weitere Runde.


Leadership-Zyklus

Der Leadership-Zyklus ist der Treiber des Struktur- und des Kulturzyklus. Das Ziel dieses Zyklus ist es, sich selbst und andere zu führen. Wichtig ist es, sich stets seineer Absicht (Intention) bewusst zu sein. Nur so kann man die Wirkung seines Handelns wahrnehmen und das eigene Handeln anpassen. Im Leadership-Zyklus helfen Werkzeuge wie z.B. LeadersheepResponsibility Process, Co-Active Leadership und der Leadership Circle.

Leadership bedeutet, sich zu entscheiden, Verantwortung für die eigene Welt zu übernehmen. Agile Leadership bedeutet, die eigene Welt in Richtung größerer Agilität zu verändern und dabei von agilen Denk- und Arbeitsweisen Gebrauch zu machen. Leadership wird auf allen Ebenen der Organisation gebraucht. Ein agiler Leader kann disziplinarische Verantwortung haben, muss diese aber nicht besitzen. Auch Scrum Master oder Teammitglieder können und sollen Leadership übernehmen.

In Organisationen existieren große Beharrungskräfte, so dass Veränderungen abgestossen werden. Leadership bringt die notwendige Energie für Veränderungen ein. Daher ist die Ausbildung Leadership-Fähigkeiten für den Erfolg agiler Organisationen entscheidend.


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