Führungskräfte und Manager in der agilen Welt

Die Herausforderungen

Wenn Unternehmen entscheiden, auf agile Ansätze zu setzen, ändert sich nicht nur die Arbeitsweise der Teammitglieder. Es zeichnen sich auch Änderungen für die existierenden Führungskräfte ab. Ein Teil der klassischen Führungsaufgaben wird auf verschiedene (z.T. neue) Rollen verteilt:

  • Der Product Owner entscheidet, was wichtig ist und woran gearbeitet werden sollte. Er sorgt dafür, dass an dem Richtigen gearbeitet wird.
  • Der Scrum Master kümmert sich um die Teamdynamik und die Beseitigung von Hindernissen. Er sorgt dafür, dass richtig gearbeitet werden kann.
  • Das Team organisiert sich selbst und kümmert sich damit darum, wie es arbeitet.

Das wirft die Frage auf, ob klassische Führungskräfte überflüssig werden. Und diese Frage erzeugt Unsicherheit und auch Angst.

Es gibt aber keine Allgemeingültige Antwort auf die Frage, was mit den existierenden Führungskräften in der agilen Welt wird. Jedes Unternehmen muss seine eigene Antwort auf die Fragestellung finden.


Ansätze

Unternehmen haben sehr unterschiedliche Antworten auf die Frage nach Führungskräften im Unternehmen gefunden:

  • ImmobilienScout24 hat die disziplinarischen Führungskräfte und die Scrum Master in einer Rolle integriert.
  • sipgate setzt extrem auf Selbstorganisation. Der Großteil der Führungsaufgaben liegt bei den Teams, unterstützt durch die Scrum Master.
  • Bei it-agile gibt es nur temporär besetzte Rollen, die feingranulare Führungsaufbauen wahrnehmen bei sehr hoher Eigenverantwortung jedes einzelnen Mitarbeiters.
  • Einige Unternehmen blieben bei disziplinarischen Führungspositionen nach Spezialisierungen (z.B. Vorgesetzter für Tester, Vorgesetzter für Designer). Ein Beispiel dafür istz Jimdo.
  • Einige Unternehmen blieben bei disziplinarischen Führungspositionen und definierten ihre Verantwortung spezialisierungsübergreifend (z.B. Spotify). 
  • Die Führung nach Spezialisierung geht bei einigen Unternehmen vollständig in Communities of Practice (CoPs) auf.
  • Bei einem unserer Kunden wurden People Manager eingeführt, die "nur" die Aufgabe hatten, in ihrem Bereich für ausreichend gute und ausreichend viele Entwickler zu sorgen, so dass die Product Owner ihre Ziele erreichen konnten. Sie arbeiteten eng mit den Product Ownern uns Scrum Mastern zusammen. Die Führungsspanne der People Manager lag bei 20-40 Personen.
  • Bei einem anderen Kunden haben die Führungskräfte entdeckt, dass sie in der Vergangenheit ausschließlich im Systemn gearbeitet haben. Die Führung im System liegt jetzt zum Großteil bei Product Owner, Scrum Master und Entwicklungsteam. Das Feld der Arbeit im System war aber nur schlecht abgedeckt und die Führungskräfte fanden darin ein neues lohnendes Tätigkeitsfeld.

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