Retrospektiven

Was sind Retrospektiven?

Retrospektiven sind Teamtreffen, bei denen es darum geht, aus der Vergangenheit zu lernen. Dazu schauen die Teammitglieder gemeinsam zurück und bewerten, was gut und was schlecht gelaufen ist. Außerdem analysieren sie, warum Dinge gut oder schlecht waren, um so zu Maßnahmen zur Verbesserung zu kommen.

Vorteile von Retrospektiven

  • Zusammenarbeit im Team verbessern
  • kontinuierliche Verbesserung 
  • aufstauen von Frust vermeiden
  • Raum um Themen im Team offen anzusprechen
  • Maßnahmen entwickeln, um als Team zu werden

Inspect und Adapt

Agile Methoden setzen auf einen regelmäßigen, evolutionären Verbesserungsprozess. In regelmäßigen Abständen wird gemeinsam kritisch auf die bisherige Zusammenarbeit und das Ergebnis geschaut. Dabei können Probleme und Unzufriedenheiten offen angesprochen und gemeinsam Maßnahmen zur Verbesserung entwickelt werden. 

Je nach Dauer der Iteration für die der Rückblick geschehen soll, ist der Zeitbedarf für eine Retrospektive sehr unterschiedlich. Dabei ist es wichtig, das Team bei der Zeitplanung und der sinnvollen Nutzung der Zeit mit in die Verantwortung zu nehmen.

Die meisten erfolgreichen agilen Teams führen nach jeder Iteration, also alle 2-4 Wochen Retrospektiven durch. Zusätzlich ist es aber oft hilfreich, auch in einem größeren Zeitabstand längere Retrospektiven durchzuführen, z.B. alle 3-6 Monate. Der Termin ist zunächst für das Entwicklungsteam (inklusive z. B. des PO in Scrum) und ist ein geschützter Raum. Damit hat das Team die Gelegenheit offen über interne Probleme in Ihrem Team zu sprechen. Es kann aber auch sinnvoll sein, den Teilnehmerkreis zu erweitern um bestimmte Probleme direkt mit allen beteiligten bearbeiten zu können.

Die Phasen einer Retrospektive

Retrospektiven werden meist in den folgenden 5 Phasen durchgeführt:

  1. Intro: Begrüßung, Klärung der Ziele der Retrospektive, Ankommen
  2. Daten sammeln: Was ist in letzter Zeit geschehen? Was war gut? Was war schlecht? Welche harten Daten über Qualität/Produktivität etc. stehen zur Verfügung? 
    Hier geht es vor allem darum, dass Feld breit zu machen und alles zuzulassen. Am Ende der Phase sollte die Auswahl geclustert und priorisiert werden, um sich mit den wichtigen oder vielleicht schmerzvollsten Themen zuerst zu beschäftigen.
  3. Einsichten gewinnen: Warum sind die Dinge wie sie sind? Hier geht es vor allem darum in die Tiefe zu gehen und zu verstehen warum ein Problem da ist. Das Ziel ist, in der nächsten Phase gezieltere Maßnahmen entwickeln zu können und nicht nur Symptome zu bekämpfen.
  4. Maßnahmen beschließen: Was wollen wir konkret wie ändern?
  5. Abschluss: Hier wird ein Rückblick auf die Retrospektive geworfen. Mit welchem Gefühl gehen die Teilnehmer aus dem Termin? War die Zeit sinnvoll investiert? Was braucht es beim nächsten Mal anders? Was soll erhalten bleiben? Damit wird ein klares Ende gesetzt und der Moderator bekommt die Gelegenheit, die nächste Restrospektive zu verbesern.

Timeline mit den relevanten Ereignissen bei einer Retrospektive

Tipps für die Durchführung einer Retrospektive

  • Eine Retrospektive sollte auf jeden Fall moderiert werden. Am besten von einer "neutralen" Person.
  • Es sollen immer konkrete Maßnahmen entwickelt werden, damit wird gewährleistet, dass nicht nur geredet sondern auch gehandelt wird
  • keinen Themenspeicher führen. Wenn Themen wichtig sind, kommen sie in der nächsten Retrospektive wieder. Ein Themenspeicher führt sehr schnell dazu diesen abzuarbeiten anstatt offen auf die letzte Iteration zu blicken
  • Generate Insights nicht überspringen. Die Verlockung ist groß, direkt nach Gather Data Maßnahmen zu entwickeln. Das ist dann häufig Symptombekämpfung und löst nicht das eigentlich Problem.
  • Regelmäßig die getroffenen Maßnahmen reflektieren und überlegen ob sie dauerhaft übernommen werden oder wieder verworfen werden.

Checkliste für erfolgreiche Retrospektiven

  • Gibt es einen Moderator und ist jedem klar, wer das ist?
  • Bereitet der Moderator die Retrospektive vor?
  • Hält sich der Moderator aus der inhaltlichen Diskussion heraus?
  • Setzt der Moderator Hilfsmittel wie Moderationswände und -karten angemessen ein?
  • Variiert der Moderator die konkrete Durchführungsform der Retrospektive?
  • Wird die Timebox für die Retrospektive eingehalten?
  • Findet die Retrospektive in einer angstfreien, energiegeladenen Atmosphäre statt?
  • Partizipieren alle Teilnehmer aktiv an der Retrospektive?
  • Werden die Ursachen für Probleme analysiert?
  • Generiert die Retrospektive konkrete, umsetzbare Maßnahmen (möglichst SMART definiert)?
  • Werden die beschlossenen Maßnahmen schnell umgesetzt?

Unser Angebot zu Retrospektiven

  • Wir moderieren gerne Ihre nächste Retrospektive bei Ihnen vor Ort.
  • Wir bieten Trainings zu Retrospektiven an oder moderieren gerne Ihre nächste Retrospektive bei Ihnen vor Ort.

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