Eine Einführung in den „Power Cycle“

Menschen reagieren auf Probleme auf zwei unterschiedliche Weisen bzw. zwei erkennbare Muster. Eine davon nennen wir den „Control Cycle“. Die andere ist der „Power Cycle“. Die übliche Reaktion entstammt dem Bedürfnis, sich in Kontrolle zu fühlen, aber der „Control Cycle“ adressiert nur die Ängste, die vom Problem verursacht werden, nicht das Problem selbst. Mit dem „Power Cycle“ entscheidet man sich für ein Verhalten aus dem mentalen Zustand Verantwortung und stellt sich dem tatsächlichen Problem.

Was ist der „Power Cycle"?

Der „Power Cycle“ ist ein mit Absicht gewähltes Verhaltensmuster, das aus Stärke und der Absicht entsteht, sich dem wirklichen Problem zu stellen. Wie Sie in der Abbildung oben sehen können, hat der „Power Cycle“ eine sich selbst verstärkende Systemdynamik. Er erlaubt einen positiven Wandel, Wachstum und Stärke für jeden, der sich dieses Gedankenmusters bedient. 

Was passiert?

Wir steigen in den „Power Cycle“ ein, wenn wir bemerken, dass wir uns ärgern, und statt der reflexhaften Suche nach Kontrolle entscheiden wir uns für Stärke und stellen uns dem wirklichen Problem. Die Schwierigkeit dabei besteht darin, dass die Stärke uns im Gegensatz zum „Control Cycle“ nicht sofort die Angst nimmt. Es fühlt sich zunächst nicht besser an.

Das führt zu Schritt 2: Erforschung

Im Schritt Erforschung nehmen wir an, dass unser aktuelles Verständnis der Realität nicht ausreicht – schließlich hat es zum Ärgernis geführt. Wir wollen unsere Annahmen überprüfen und das tatsächliche Problem erforschen. Erneut: Dies ist im Vergleich zum „Control Cycle“ schwierig, weil es nicht die Symptome des Problems, z.B. unsere Ängste, adressiert. Beim „Power Cycle“ geht es nicht darum, Symptome zu behandeln. Es geht darum, das tatsächliche Problem zu finden, zu verstehen und mit ihm umzugehen.

Beim Erforschen untersuchen wir unsere eigenen Annahmen, Bewertungen, Glaubenssätze und Erwartungen bis wir – oft in einem Aha-Moment – herausfinden, dass etwas davon nicht stimmt und darin das Problem liegt.

Das führt zu Schritt 3: Klarheit

Wenn das tatsächliche Problem identifiziert ist, gewinnen wir eine neue Klarheit. Das bedeutet, dass wir in einem mentalen Zustand sind, in dem wir etwas Neues und Aufschlussreiches wissen, was wir tun können, um das wirkliche Problem zu lösen; eine Klarheit, die wir vor ein paar Momenten noch nicht hatten...

Das führt zu Schritt 4: Vertrauen

Wir trauen uns nun zu, tiefgreifend und intelligent zu handeln. Die Angst, Ungewissheit und Untätigkeit (oder wirkungsloses Handeln) wurde ersetzt durch Klarheit, Vertrauen und wirkungsvolles Handeln.

Das führt zu Schritt 1: Stärke

Die Stärke ergibt sich aus dem Wachstum in Aufmerksamkeit, Perspektive und neu erlangten Wahrheiten, die den Ärger beenden, indem sie das wirklich Problem adressieren.

Der „Power Cycle“ ist zunächst keine leichte Wahl, er hat aber eine sich selbst verstärkende Dynamik, der wir schnell zu vertrauen lernen können. Leader, die lernen, dieses mentale Werkzeug einzusetzen, sprechen oft davon, dass sie bewusst „den Power Cycle starten“ als Reaktion auf ein aktuelles ärgerliches Problem. Sie tun dies, weil sie zu der Erkenntnis gekommen sind, dass es der einzige Weg ist, wie sie wachsen und das aktuelle Problem und den damit verbundenen Ärger überwinden können.

Sich oberhalb der Linie zu bewegen ist nicht leicht, aber es führt zu großartigen Ergebnissen. Wenn wir dem Bedürfnis nach Kontrolle, Regeltreue und der Regeltreue anderer widerstehen können, ermöglichen wir Vertrauen, Freiheit und Stärke.

Beginnen Sie mit einer 5-Minuten-Übung

Wenn Sie in dieser Woche bemerken, dass Sie sich über etwas ärgern, widerstehen Sie dem Bedürfnis nach Kontrolle, erkennen den Ärger als normal an und entscheiden Sie sich aktiv dafür, nach dem tatsächlichen Problem zu suchen. Dies ist der wichtigste Schritt, um einen Einstieg in den „Power Cycle“ zu lernen und mit Stärke zu leben.