Coaching-Tipps - Serie 7

Agile Coaching-Tipps von it-agile (7)

Stille im Meeting aushalten, sichtbare Vision in digitalen Zeiten,...

In unserer fortlaufenden Serie „Agile Coaching-Tipps“ finden Sie hilfreiche Tipps für den Alltag von Scrum Mastern, Agile Coaches und Agile Leader. Alle Tipps beruhen auf den Praxiserfahrungen unserer Kolleg:innen bei it-agile.

Vision in digitalen Zeiten sichtbar halten

Von Stefan Zumbrägel, Januar 2021

Die Vision für ein Produkt (oder auch andere Artefakte wie die DoD) sichtbar und damit in Erinnerung zu halten, war schon immer eine Herausforderung. Oft wurden Workshops durchgeführt und dann der Text in einem Wiki oder Intranet festgehalten und nie mehr angesehen. In Präsenzzeiten bin ich dann immer hingegangen und habe im Raum Flipcharts aufgehängt, damit die Vision zu jeder Zeit sichtbar ist. Nun sind wir seit einiger Zeit überwiegend im Home Office unterwegs und das Flipchart im Teamraum ist noch nutzloser als ein Foto im Wiki. Aus meiner Sicht bedeutet das aber nicht, dass wir jetzt auf solche Artefakte verzichten müssen. Vielmehr gilt es, die uns nun zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen und so die Vision vielleicht sogar noch mehr im Fokus zu halten als vorher. Wie wäre es mit den folgenden Ideen:

  • Die Vision als Jira Ticket, das in jeden Sprint aufgenommen wird. Der Effekt wäre, dass sie immer da sichtbar ist, wo wir uns über unsere Arbeit informieren. Im Daily wenn wir aufs Board schauen oder wenn sich jemand aus dem Entwicklungsteam eine neue Aufgabe ziehen will. Der Titel des Tickets kann ein kurzer, prägnanter Satz sein, während in der Beschreibung der ganze Inhalt des Product Vision Boards steht.
  • Die Vision als Bildschirmhintergrund. Der PO, der Scrum Master oder jemand anderes aus dem Team hat die Vision (Text oder das ganze Board) als Bildschirmhintergrund. Die Vision ist somit in jeder Videokonferenz des Teams oder mit den Stakeholdern direkt sichtbar.
  • Die Vision als regelmäßige Mail. Zugegeben, keines der ganz neuen Medien, kann aber dennoch wirksam sein. Es werden Mails erstellt und zeitversetzt versendet, sodass jede Person aus dem Team regelmäßig eine Mail mit der ganzen Vision oder einzelnen Ausschnitten bekommt. Das kann auch mit Impulsfragen wie „Was ist gestern passiert, was uns der Vision einen Schritt näher gebracht hat?“ angereichert werden.
  • Bestimmt einen „Visionshüter“. Diese Person hat die Aufgabe, in allen Events die Vision im Blick zu behalten und die Gruppe darauf aufmerksam zu machen, wenn Dinge besprochen werden, die nicht zur Vision passen. Diese Rolle kann in jedem Sprint von einer anderen Person übernommen werden.
  • Macht die Vision auf Kollaborationswerkzeugen sichtbar. Ihr nutzt Tools wie Miro, Mural oder Conceptboard. Super! Dann packt eure Vision auf jedes dieser Boards, sodass ihr sie immer im Blick oder zumindest im Zugriff habt, wenn ihr gemeinsam in diesen Tools arbeitet.
  • Eine Postkarte für jedes Teammitglied. Druckt die Vision auf eine Postkarte und verschickt an jedes Teammitglied eine Karte. Die Karte kann dann am Monitor oder Laptop befestigt werden und ist somit immer im Blick. Zusätzlich ist hinten noch Platz für einen lieben Gruß oder ein motivierendes Zitat.

Es gibt also viele Möglichkeiten, die Vision auch in digitalen Zeiten sichtbar zu halten. Welche kennt ihr noch? Auch hier ist Corona ein Wissensinkubator. Viele der Ideen funktionieren auch noch, wenn wir demnächst alle wieder in unsere Büros zurückdürfen.

Die Kunst des Aushalten der Stille in (Remote-)Meetings

Von Peter Rößler, Februar 2020

Stille auszuhalten gehört mit zu den herausforderndsten Fähigkeiten, die du als Moderatorin oder Moderator eines Meetings lernen kannst. Stille wird oft als unangenehm wahrgenommen. Das betrifft nicht nur Meetings, sondern gilt auch für soziale Zusammenkünfte jeder Art. Unsere aktuelle Situation verschärft dies durch viele Remote-Meetings.

Bei vielen Menschen setzt bei Stille in einem Meeting gerne ein Gedankengang ein, der sich wie folgt anhört: „Warum sagt keiner was?“ „Mist! Habe ich die Fragen eben verpasst?" „Ich traue mich nicht als Erste oder Erster das Schweigen zu brechen." Oft springt dann die Moderatorin oder der Moderator ein, um die Situation „zu retten“. Dann wird die davor gestellte Impulsfrage (zu schnell) wiederholt oder (unnötig) umformuliert oder (umständlich) erweitert. Das kann, muss aber der Gruppe nicht helfen. Als Moderatorin oder Moderator kannst du die Stille in einem Meeting als einen kraftvollen Moment nutzen. 

Versuche doch das nächste Mal beim Auftreten der Stille als Moderatorin oder Moderator dem Impuls zu widerstehen etwas zu sagen, die Frage zu wiederholen oder zu schärfen. Lächle stattdessen in die Runde (oder deine Webcam) und zähle langsam bis 5. Sehr wahrscheinlich wird sich jemand aus der Gruppe zu Wort melden.

Besonders eine kraftvolle Impulsfrage benötigt stille Reflexionszeit bei den Teilnehmenden. Gib ihnen diese Zeit. Du kannst das unterstützen, indem du transparent eine Timebox von einer Minute ansagst, sodass die dann entstehende Stille den Teilnehmenden „normal“ erscheint. Dadurch holst du auch die eher introvertierten Teilnehmenden ab, die gerne zunächst für sich alleine nachdenken, bevor sie bereit sind, ihre Gedanken mit der Gruppe zu teilen.
Lass dich überraschen, was eine angenehme Stille mit dir und den Teilnehmenden macht.

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