Coaching-Tipps - Serie 8

Agile Coaching-Tipps von it-agile (8)

Warum immer Endkunden testen sollten?, Meeting-Wächter:innen Remote, Remote Trainings und Workshops ohne Video...

In unserer fortlaufenden Serie „Agile Coaching-Tipps“ finden Sie hilfreiche Tipps für den Alltag von Scrum Mastern, Agile Coaches und Agile Leader. Alle Tipps beruhen auf den Praxiserfahrungen unserer Kolleg:innen bei it-agile.

Mache klare Ansagen!

Peter Rößler, April 2022

„Du hast dein Meeting vorbereitet und überlegst, wie du methodisch vorgehen willst. Prima! Im Meeting erklärst du der Gruppe, was als Nächstes passiert und willst anschließend den Startschuss zu einer Aktivität geben. Du richtest dich an die Gruppe: „Könntet ihr vielleicht dazu bitte Post-its schreiben?“. Die Reaktion: Keine. Und Stille. Und keiner schreibt Post-its. Kennst du ähnliche (stille) Situationen?

Ein einfacher Tipp, der Klarheit und Orientierung schafft: Mache ganz konkrete und direkte Ansagen an die Gruppe. Kein „vielleicht“, kein „könntet“ , kein „würdet“ oder sonstige Abschwächungen, sondern ein klares „Schreibt jetzt bitte Post-its!“ (evtl. unterstützt mit einer passenden Geste bei einem Präsenzmeeting).

Beobachte doch mal in deinem nächsten Meeting, wie klar deine Impulsfragen oder Aufforderungen sind. 
Für viele fühlt es sich oft erst mal befremdlich an, so direkt und forsch zu sein. Du wirst aber schnell merken, dass es der Gruppe ungemein hilft, klare Ansagen zu bekommen. Wenn es dir schwerfällt, die konkreten Ansagen im Meeting zu finden, schreibe dir die Ansagen in der Vorbereitung auf oder übertrage sie in deinen Ablaufplan der Moderation. 

Pro-Challenge: Versuche in deiner nächsten Moderation keine „entweder-oder“-Frage zu stellen. Und beobachte was passiert, wenn dir doch eine solche Frage rausrutscht!“

Remote Trainings und Workshops ohne Video

Peter Rößler, März 2022

„In einem Inhouse Training vor kurzem hatte ich zum ersten Mal Teilnehmende, die sich auch nach Nachfragen und Bitten ihr Video zu aktivieren, nicht dazu überwinden konnten. Spannend fand ich die Antwort des Teams auf meine Frage, welche Team Vereinbarung sie denn dazu nach 2 Jahren Remote Arbeit hätten. Die Antwort war in etwa: „Wir haben uns impliziert darauf geeinigt, dass jeder das für sich selber entscheiden kann.“ Mmmmmh. 

Um die gute Trainingsatmosphäre bis dahin nicht durch eine Grundsatzdiskussion zu Video an/aus zu gefährden, habe ich bei diesem Training auf das Video von etwa einem Drittel der Teilnehmenden verzichtet. Das Training verlief gut und ich war sogar erstaunt, dass die Reaktionszeit und das Feedbackgeben der Teilnehmenden ohne Videos trotz sehr interaktivem Training relativ gut klappte.

Im Nachhinein muss ich mich jedoch selber in die Verantwortung nehmen. Wenn ich möchte, dass alle im Training oder Workshop mit Video zugeschaltet bin, muss ich mich im Vorfeld darum kümmern, und ggf. einen „Remote-Vertrag“ dazu mit dem Kunden oder Team vereinbaren. Und für alle Teams, die seit über zwei Jahren mit Remote Arbeit, noch keine explizite Vereinbarung dazu getroffen haben, bietet es sich an eine diesbezügliche Vereinbarung zumindest explizit zu haben. 

Ich habe Verständnis, dass vereinzelt Teilnehmende kein Video anschalten wollen. Viele der ursprünglichen Beweggründe bezüglich Privatsphäre oder technischer Schwierigkeiten, sollten nach zwei Jahren durch Basisfunktionalitäten wie verschleierter Hintergrund o.ä. gelöst sein.“

Virtuelle Meetingwächter:innen

Peter Rößler, Februar 2022

„In unserer Schulung Grundlagen der Meeting Moderation stellen wir das Konzept der Meeting-Wächter:innen vor. 

Die Meeting-Wächter:innen passen darauf auf, dass wir bestimmtes Verhalten innerhalb des Meetings einhalten oder wir leicht auf Störungen eingehen: z. B. regelmäßige Pausen („Pausenclown“), Fokus halten („Zielscheibe”) oder ELMO („Enough Let's Move On”). Zudem helfen die Meeting-Wächter:innen die Verantwortung für ein erfolgreiches Meeting mit auf die Teilnehmenden zu verteilen. Denn nachdem wir die Funktion der Meeting-Wächter:innen erklärt haben, ermutigen wir alle im Raum die Meeting-Wächter:innen in der jeweiligen Situation zu „aktivieren.“ 

Wenn wir uns vor Ort treffen, können die Wächter:innen anhand von entsprechend signierten Karteikarten oder definierten Spielfiguren (z. B. Playmobil) im Meetingraum hochgehalten werden. Treffen wir uns virtuell, bietet sich an die Meeting-Wächter:innen als Grafik auf dem Kollaborationstool (z. B. Miro) zu hinterlegen, so dass jeder Teilnehmende die Grafik auf den Bereich schieben kann, bei dem gerade gearbeitet wird.

Und natürlich kann sich jeder Teilnehmende auch einfach per Wort melden, wenn eine Pause nötig ist oder der Fokus gerade verloren geht. Über das vereinbartes Signal oder über einen Gegenstand (Meeting-Wächter:innen) tun sich meiner Erfahrung nach Teilnehmende jedoch leichter, die Störung anzusprechen.“

Warum immer Endkunden testen sollten?

Stefan Zumbrägel, Januar 2022

„Als Vater einer kleinen Tochter komme ich aktuell mit vielen Produkten in Kontakt, über die ich mir vorher gar keine Gedanken gemacht habe. So kam es, dass ich mit meiner Frau in einem Babyladen stand und die Verkäuferin uns eine Schale mit Saugnapf angepriesen hat. Die Idee fanden wir beide super, da unsere Tochter zum dem Zeitpunkt Teller sehr gerne von ihrem Tisch direkt runter geworfen hat. Wir haben das Produkt noch im Geschäft getestet und waren von der Saugleistung begeistert.

Zu Hause angekommen kam das Produkt dann mit der Zielgruppe in Kontakt. Dort hat es ungefähr 10 Sekunden gedauert, bis auch dieser Teller auf dem Boden lag. Wir waren beide sehr verwundert, aber es lag einfach daran, dass unsere Tochter den Teller aus einer anderen Perspektive und direkt am Saugnapf gefasst hat. Damit war der Hauptnutzen des Produktes für uns verloren. 

Mir hat das noch mal gezeigt, dass es wichtig ist, Produkte immer und möglichst früh mit der Ziel- und nicht nur mit der Käufergruppe zu testen.“

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