Im Bereich mobiler Anwendungen wollte mobile.de sich verbessern

Um welchen Kunden geht es?

Steckbrief mobile.de

Das von mobile.international in Deutschland betriebene mobile.de ist Deutschlands größter Marktplatz für Fahrzeuge. Das Unternehmen mobile.international gehört zur ebay-Gruppe, das Internet-Marktplätze für Kfz in verschiedenen Ländern entwickelt und betreibt.

  • Ca. 120 Mitarbeiter:innen in Dreilinden/Kleinmachnow

  • 1,5 Mrd. Page-Impressions und 55 Mio. Besuche pro Monat (IVW)

  • 33.000 Autohändler und 1,4 Mio. Inserate (Stand 05/2009)

  • Mehr als 400 Produktiv-Server

So sah die Herausforderung unseres Kunden aus

Eine erste native App

Welche ist die richtige Smartphone-App für meine Kund:innen? Welche Arten von Smartphones möchte ich unterstützen? Gibt es überhaupt Kund:innen da draußen, die sich für eine App oder eine Web-App interessieren? Diese Fragen stellen sich heute immer mehr Unternehmen, wobei die Antwort auf die letzte Frage heutzutage meistens mit „Ja“ zu beantworten ist. Schwieriger wird es hingegen, wenn man sich die Frage stellt: „Was ist eine gute App, die sich an den Bedürfnissen der Kund:innen orientiert?“

Auch mobile.de – Betreiber von Deutschlands größtem Fahrzeugmarkt – erkannte vor einigen Jahren das Potenzial mobiler Anwendungen. Allerdings war damals noch unklar, ob es wirklich genügend Interessent:innen für eine mobile und eine native App geben würde. Oder geben sich die Kund:innen vielleicht auch mit einer Web-App zufrieden, mit der man nach Fahrzeugen suchen kann? mobile.de probierte es aus und ließ sich eine Web-App entwickeln, die allerdings sehr generisch konzipiert war und alle möglichen Smartphones unterstützen sollte. Eine spezielle Anpassung der UI für den Platzhirsch iPhone war in diesem Ansatz nicht vorgesehen, wodurch es wahrscheinlich erschien, dass iPhone-Besitzer:innen von dieser Lösung enttäuscht sein könnten. Gleiches gilt natürlich auch für den stetig wachsenden Markt von Android-Phones.

Also musste eine native iPhone-App her! Und weil die Zeit knapp war und intern nicht die nötige technische Erfahrung vorhanden war, beauftragte mobile.de einen externen Dienstleister mit der Entwicklung. Es lag ein günstiges Angebot vor und man wollte nicht allzu viel investieren, da es durchaus sein konnte, dass eine native App ein Randprodukt bleiben würde. mobile.de war sich bewusst, damit insgesamt ein gewisses Risiko einzugehen. So entstand relativ schnell eine App, die dann, wie es so schön heißt, in den App-Store ging.

Nach kurzer Zeit gab es zwei Überraschungen: Die angenehme war, dass der „Andrang“ doch erstaunlich groß war. Viele Kund:innen hatten sich die App installiert, um damit nach Fahrzeugen zu suchen. Es gab also offenbar das Bedürfnis nach einer nativen App, was damals keine selbstverständliche Erkenntnis war. Die negative Überraschung bestand darin, dass es trotz des Andrangs zu schlechten Bewertungen im App-Store kam. Die App lief über die Zeit nicht stabil, was viele Kund:innen nach einem ersten euphorischen Start auf Dauer verärgert hat. Dies machte es schwierig, die Kund:innen beim neuen Produkt zu halten.

Nun war aber immerhin klar, dass es ein starkes Bedürfnis nach einer nativen App gab. Also stufte mobile.de die App nicht mehr als Randprodukt ein und beschloss, die App weiterzuentwickeln. Insbesondere wünschte sich mobile.de eine Lokalisierung auf andere Märkte (Frankreich, Italien) sowie die Erweiterung auf andere Fahrzeugtypen (z. B. Wohnmobile). Leider sollte sich herausstellen, dass sich aufgrund der Umstände der ersten hektischen Umsetzung das Produkt nicht gut weiterentwickeln ließ. Gleichzeitig mussten einige Fehler beseitigt werden und natürlich wollte mobile.de auch noch die dringendsten Erweiterungen in die App bekommen.

So konnten wir gemeinsam mit unserem Kunden anpacken

Weiterbauen vs. neu entwickeln

Hier kam nun it-agile als Partner ins Spiel. Wir arbeiteten schon seit einigen Jahren mit mobile.de zusammen, denn wir hatten sie bei der Einführung von Scrum und Kanban beraten. Wir vereinbarten ein 14-tägiges App-Assessment, um die Probleme mit der App genauer zu analy- sieren, Vorschläge für die Stabilisierung bzw. den Umbau zu erarbeiten oder Mängel auch einfach schon zu beseitigen. Während des Assessments stießen wir auf Probleme wie Fehler bei der Speicherverwaltung oder falscher Umgang mit Multi-Threading – beides Phänomene, die leider häufig erst nach einiger Zeit oder in bestimmten Konstellationen auftreten. Nach 14 Tagen konnten wir eine erste Version in den App-Store bringen, die zwar immer noch Schwächen aufwies, jedoch stabiler lief, was auch zu deutlich besseren Bewertungen führte. Nach drei weiteren Versionen hatten wir die App stabilisiert und die wichtigsten neuen Zusatz-Features waren ebenfalls implementiert. Außerdem gab es nun eine lokalisierte Version für den französischen und den italienischen Markt. Sowohl die Bewertungen im App-Store als auch das qualitative Feedback der User:innen zeigte, dass sich die Mühen gelohnt hatten. Je erfolgreicher die App war, desto mehr neue Ideen entstanden, um die App weiterzuentwickeln. So stand mobile.de vor der Frage, ob das alles mit dem bestehenden Code umgesetzt werden konnte. Das App-Assessment hatte leider gezeigt, dass die abgelieferte Anwendung nicht so konzipiert war, dass große Änderungen und Erweiterungen möglich waren. Für einen einzigen Wurf einer App, die nicht weiter angepasst wird, mag das ausreichend sein, aber nicht für das, was mobile.de weiterhin mit der App vorhatte. Deshalb entschied sich mobile.de daraufhin, mit uns gemeinsam die App neu zu bauen.

Ein weiteres Anliegen von mobile.de bestand darin, das Produkt nicht ausschließlich durch externe Dienstleister entwickeln zu lassen. Man wollte die Entwicklung zu sich holen und vor Ort mindestens über den Product Owner direkt an der Entwicklung beteiligt sein. Die langfristige Strategie umfasste aber auch, den Mangel an eigenen iOS-Entwickler:innen zu beseitigen und festangestellte Entwickler:innen ins Projekt zu holen. Da wir von it-agile vor Ort mit dem Kunden oder der Kundin zusammen arbeiten, ist beides für uns problemlos möglich. Zusammen mit einem Product Owner von mobile.de haben wir die App neu aufgebaut und dabei auch schon einige Features angepasst, wobei es aber hauptsächlich darum ging, die alte App mit allen Funktionalitäten nachzubauen.

Wir gingen agil vor: Anstatt eine große Version zu entwickeln, wurde in 14-tägigen Sprints gearbeitet, an deren Ende jeweils eine auslieferbare Version stand, zu der der Kunde Feedback geben konnte. Hierfür verwendeten wir automatisierte Beta-Deployments, d.h. Anwender:innen konnten immer die neueste Version auf ihren Geräten installieren und damit auch sofort den aktuellen Stand begutachten. Diese PSPs (potentially shippably product increments) wurden noch nicht in den App-Store gestellt, weil der Kunde entschied, dass die App erst dann live gehen sollte, sobald die bereits bestehende Funktionalität abgedeckt war. Ansonsten schien die Gefahr zu groß, Kund:innen durch plötzlich nicht mehr vorhandene Features zu verprellen. Um den Aufwand für manuelles Testen auf verschiedenen Geräten und Betriebsversionen möglichst gering zu halten, wurden automatisierte Oberflächentests mit dem Framework „Frank“ eingesetzt.

Die neu aufgebaute App befindet sich seit Juni 2011 im App-Store von Apple. Bis Ende 2012 konnte mobile.de schon über 2.000.000 Downloads der App verzeichnen. Die Anwendung gehört regelmäßig zu den TOP 100 der meistgeladenen Apps im deutschen App-Store, befindet sich unter den TOP 10 der kostenlosen Apps im Bereich „Produktivität“ und hat eine durchschnittliche Bewertung von 4,5 Sternen (5 Sterne sind das Maximum).

Unser kleines iOS-Team wurde später in ein neues Team integriert, das sich nun mit der gesamten Entwicklung mobiler Anwendungen beschäftigt: Neben der Neuentwicklung der Web-App, wurde von mobile.de aus auch mit Hochdruck an einer Android-App – und später auch an einer iPad-App – gearbeitet. Die Gründung dieses Teams entsprach der Strategie von mobile.de, die Apps zum zentralen Bestandteil ihres Business zu machen. Ebenfalls ins Team integriert ist nun die Entwicklung am Backend. Denn aufgrund der hohen Benutzerzugriffe und zahlreicher neuer Anforderungen machte es Sinn, für die Mobilgeräte einen neuen Backend-Service zu schaffen. Der vorher genutzte, generische Service hatte alle möglichen Daten geliefert, von denen aber nur ein Bruchteil wirklich genutzt wurde. Für Mobilgeräte ist ja eine möglichst geringe Datenmenge wichtig, was auch dadurch erreicht wurde, dass man nunmehr JSON statt XML verwendet.

So wirkte sich unser Einsatz aus

Mit agilen Methoden zur flexiblen App 

App-Entwicklung ist nichts, was man „mal eben nebenbei“ macht. So wie jedes andere Software-System erfordern auch Apps flexible Architekturen, die eine konstante Weiterentwicklung möglich machen. Und auch bei der App-Entwicklung gibt es jede Menge Fallstricke, die sich vermeiden lassen. Das alles kostet Geld. Aber in vielen Fällen ist dieses Geld gut investiert, denn Apps gehören heute in vielen Unternehmen mehr und mehr zum Kernbestand ihres Geschäfts: ein Stück ernsthafte Software. Auch wenn die mobile.de-App im ersten Moment lediglich wie eine erweiterte Suche aussah, stellte sich bald heraus, dass im Laufe der Entwicklung immer neue Ideen aufkamen, was die App alles können sollte. Diese Flexibilität muss der Code hergeben. Und die App war später flexibel genug, dass die dänische Schwester von mobile.de, bilbasen.dk, unseren Quellcode übernommen hat, um daraus eine eigene App zu erstellen. Auch für die App-Entwicklung zeigen sich große Vorteile, wenn diese mit agilen Methoden vonstatten geht: Enge Zusammenarbeit mit dem Kunden oder der Kundin, regelmäßige Reviews, ständig neue, auslieferbare Systemversionen, automatisierte Tests und Deployments sind auch hier Trumpf!

Erfolgreich Agil zusammenarbeiten

Möchten Sie auch eine Success Story erleben?

it-agile - Kontaktformular

Informationen
* Benötigte Angaben

Hier zeigen wir Wirkung

Ausgewählte Success Storys

Scrum-Pilot übernimmt Prozess-Redesign fürs Neusystem

Um neuartige Transportprozesse in der Gaswirtschaft unterstützen zu können, sollte das Bestandssystem durch eine neue (Standard-)Software abgelöst werden. Das Altsystem hatte an Wartbarkeit verloren und die abgebildeten Prozesse galten als zu ineffizient. Mit dem Zweck, die tatsächlich gelebten Prozesse aus den verschiedenen Unternehmensbereichen zusammen mit den neuen Anforderungen für die Neuentwicklung mit einzubeziehen, kam als Entwicklungsansatz Scrum zum Einsatz. Eine besondere Herausforderung des Projekts war, dass der laufende Betrieb sichergestellt werden musste.

Agile Entwicklung einer ganzheitlichen Sachbearbeitung für HDI

Um eine ganzheitliche Sachbearbeitung für herausragende Kundenzufriedenheit zu ermöglichen, bedurfte es eines neuen Systems. Dieses System sollte Daten und Funktionen aus bestehenden Systemen integrieren und eine einheitliche Oberfläche bieten. Mit dieser Oberfläche sollte es dem Sachbearbeiter möglich werden, komplette Geschäftsvorfälle mit wenig Aufwand zu bearbeiten.

Scrum-Einführung bei 1&1

Zwei intern laufende Projekte mit festen Release-Terminen waren schwer vorab planbar. Die Anforderungen mehrten sich und wurden zum Teil unklar, wollte man doch auf neue Umstände schnell und angemessen reagieren. So wurde Scrum als Framework für die agile Softwareentwicklung eingeführt und weiterentwickelt.

eXtreme Programming und Scrum für die Berliner Wasserbetriebe

Eine überalterte Zählerlager-Software und die Erfassung von Wechselscheinen im SAP-System verlangten zu viel manuelles und teilweise doppeltes Zuarbeiten. Ein neues System musste her. Man entschied sich für die Kombination aus einem Standard-SAP-System und der Entwicklung eines integrierten technischen Lagerverwaltungssystems.

Scrum bei der ISIOS GmbH

Um Wissen untereinander möglichst gut zu streuen arbeiteten zwei gemischte Teams, jeweils drei Entwickler von ISIOS und it-agile, an einem großen Release. Beide Teams gingen mit verschiedenen agilen Herangehensweisen an die Arbeit. Beide Teams machten unterschiedliche Erfahrungen.

Leadership, Management und Alignment in einem wachsenden Unternehmen

Jimdo hatten sich vorgenommen, innerhalb kurzer Zeit stark zu wachsen. Wie sie dabei dennoch ihre lockere Unternehmenskultur beibehalten und zudem Transparenz, Kommunikation und Austausch innerhalb der Mitarbeitenden fördern konnten, darüber hat Arne Roock einen ausführlichen Bericht verfasst.

Erfolgreiche Scrum Einführung

Während die nativen Windfinder-Apps für iPhone, Android und Windows-Phones sich wegen der einfachen Benutzung großer Beliebtheit erfreuten, berücksichtigte die existierende mobile Webseite von Windfinder.com aktuelle Smartphones noch nicht und war auf ältere Mobiltelefone optimiert. Mit Scrum lieferte das Entwicklungsteam ein vollständig fertiggestelltes Software-Inkrement an Windfinder.com.

Grün und agil - Greenpeace Energy lernt im Leuchtturmprojekt, wie agile Produktentwicklung funktioniert

Innerhalb von acht Wochen in einem Team trotz wechselnder Besetzung mit agiler Vorgehensweise einen Produktumfang entwickeln und einen Messeauftritt vorbereiten - kein Spaziergang, aber machbar!

Mit Zusammenarbeit und Feedback-Loops zu weniger Incidents

Als große Schnittstelle zu den verschiedensten Bereichen im Unternehmen wollte das Support-Team an Vertrauen gewinnen und eine größere Zufriedenheit bei den Märkten erreichen. Man entschied sich dafür, eine transparente und feedbackorientierte Zusammenarbeit zwischen den Schnittstellen im Support-Team und den Fachbereichen zu etablieren. So konnte die Anzahl an Incidents gesenkt und das volle Potenzial des Support-Teams als fachübergreifendes Bindeglied erkannt werden.

it-agile Newsletter

Sichern Sie sich monatlich Neuigkeiten, Inspiration und Tipps zu agiler Arbeit, Konferenzen, aktuelle Termine und vieles mehr.

Zur Anmeldung